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SAISONVORSCHAU 2017/18

 
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    SAISONVORSCHAU 2017/18

    Hier findet eine Vorschau auf die kommende Saison 2017/18 statt, die sich grundsätzlich aber nicht nur auf die großen europäischen Ligen beziehen soll. Auch über den geographischen Tellerrand hinaus sind previews gerne gesehen. Es müssen dabei nicht immer lange Texte zu allen Teams sein, auch wenn ich versuche das mit der Ligue 1 ansatzweise hinzukriegen, sondern auch Hinweise auf einzelne Mannschaften sind möglich. So kann jeder zum Beispiel ein paar Zeilen über "sein Team" verlieren oder auch nur die Transferpolitik eines oder seines Vereins zu einer Saison-Prognose verarbeiten. Auch bereits laufende Ligen, wie etwas die in der Schweiz oder die 3. Liga, können nochmal als Anstoß zu ein paar Überlegungen und Prognosen einladen.

    Idealerweise verzichtet man auf Zitation von anderen Beiträgen, damit jeder seine eigene Vorschau in Ruhe bearbeiten und ergänzen kann und es nicht zu einer Verwirrung kommt.
    Viel Spaß :)
    Zuletzt geändert von Briskeby; 27.07.2017, 17:03.
    It's all about the hangovers, and late checkouts (Atmosphere)

    #2
    Saisonvorschau Ligue 1 2017/18

    Der Saisonstart der höchsten französischen Spielklasse steht vor der Türe (04. - 06.08.) und ich möchte hier einen Blick auf die einzelnen Teams werfen und auch eine kleine Saisonprognose wagen. Ihr seid herzlich eingeladen, Ergänzungen, Kommentare und Kritik vorzunehmen.

    Ich beginne mit den Aufsteigern und arbeite mich dann tabellarisch systematisch zum letztjährigen Meister AS Monaco vor. Beim Personal will ich mich auf die wichtigsten Ab- und Zugänge beschränken, nur in Ausnahmen die Herkunftsvereine erwähnen und nur hier und da besonders auf einen nennenswerten Newcomer verweisen. Spielsysteme, Ambitionen, Stärken und Schwächen werden jeweils nur kurz umrissen. In Klammern stehen bei Spielern Infos aus der vergangenen Saison 2016/17 in Reihenfolge: (Position/Spiele/Tore/Vorlagen)

    Die Absteiger: SC Bastia, AS Nancy (direkter Wiederabstieg), FC Lorient (Relegation)
    Die Aufsteiger: Racing Straßburg (Meister), SC Amiens, ES Troyes AC (Relegation, direkter Wiederaufstieg)


    ES Troyes AC
    Übersicht: Das Team aus Troyes konnte sich in der Relegation etwas überraschend gegen den FC Lorient durchsetzen, der wohl selbst nicht so recht weiß, wie er mit diesem Kader absteigen konnte! ESTAC ist als Wiederaufsteiger der letzte glückliche Gewinner des engen und hart umkämpften Aufstiegrennens gewesen, Meister Racing Straßburg und Sechstplatzierter Olympique Nimes trennten nach 38 Spieltagen gerade einmal drei Pünktchen. Troyes ist die klassische Fahrstuhlmannschaft der letzten Jahre, der diesjährige Aufstieg bereits der dritte nach 2011/12 und 2014/15. Der letzte achtbare Ligaerfolg ist schon ein ganzes Weilchen her, ein 7. Tabellenplatz in der Ligue 1 in der Saison 2001/02.

    Personal: Mit Vizcarrondo (IV), Deplagne (RV) und Bellugou (DM) hat man Ligue 1 erprobte, erfahrene Defensiven eingekauft, die das etablierte Grundgerüst noch verstärken werden. Da es praktisch keine nennenswerten Abgänge gibt, wird man ein eingespieltes Team erwarten dürfen, das in der Ligue 1 wohl aber mit zwei DM im 4-2-3-1 auftreten wird. Trainer Garcia, seit einem Jahr im Amt, hat nur Zweitliga-Erfahrung und feiert seine Premiere in der Ligue 1! Nivet (OM/36/7/8) dürfte mit 40 Jahren der älteste Kapitän der kommenden Saison sein! Er ist Dreh- und Angelpunkt der Offensive und schoss im Hinspiel das so wichtige 2:1 in der Relegation. Im Fokus: Der Stürmer aus Mali, Adama Niane (MS/34/23/5), war letzte Saison mit 23 Toren Torschützenkönig in der Ligue 2.

    Prognose: Läuft alles glatt, kann man die Klasse knapp halten, weil man im Angriff genügend Durchschlagskraft besitzt und in der Abwehr sich nochmal verstärkt hat. Troyes war sehr heimstark vergangene Saison (13-4-2) und hat nur 14 Gegentore kassiert. In Auswärtsspielen darf man aber getrost Gegentore erwarten. ES Troyes AC wird es wieder sehr schwer haben in der Ligue 1 aber der Fahrstuhl könnte dieses Mal durchaus in der Ligue 1 stecken bleiben, da die beiden anderen Aufsteiger qualitativ und vor allem von der Erfahrung her Troyes doch teilweise deutlich nachstehen. Troyes hat immerhin auch das letzte Testspiel gegen Amiens schon mal 2:1 gewinnen können.


    SC Amiens
    Übersicht: Der Aufstieg des SC Amiens ist nicht weniger als eine Sensation. Denn nicht nur, dass der entscheidende Siegtreffer bei Stade Reims in der 96. Minute erzielt wurde und man von Rang sechs auf Platz zwei kletterte, sondern vor allem die Tatsache, dass man als Aufsteiger nichts weniger als einen Liga-Durchmarsch geschafft hat, versetzte die Fans aus der gesamten Picardie in Ekstase. Das alles erscheint noch märchenhafter wenn man es vor dem Hintergrund betrachtet, dass SC Amiens von 1952-1991 nur als Amateurmannschaft existierte, die nächsten Jahrzehnte nie großartig in der Ligue 2 brillierte, ein Konkurs und Unstimmigkeiten das Team zwischenzeitlich wieder in die dritte Liga zwangen und man nun das erste mal überhaupt in der kommenden Saison in der Ligue 1 spielen wird.

    Personal: Wenig überraschend hat ASC den geringsten Gesamtmarktwert (nur ca. 15 Mio. Euro) aller Ligue 1 - Teams. Auch Amiens hat die Zeichen der Zeit erkannt und muss seine Abwehr weiter verstärken, weil in der Ligue 1 der Druck auf die Abwehrreihen natürlich enorm ansteigt. Mit Cissokho (RV) und vor allem Bodmer (IV, 34 Jahre, zweimal Meister mit PSG und Lyon) hat man erfahrene Verteidiger geholt, die die zweitbeste Abwehr der Vorsaison zusammenhalten sollen. Ob Neuzugang und Wandervogel Kakuta (LA) die Offensive beleben kann, bleibt abzuwarten. Im Fokus: Kamara (MS/29/11/2) schoss die meisten Tore für Amiens letzte Saison und wird derzeit umworben. Interessant: Mit 27,3 Jahren hat man den zweitältesten Kader.

    Prognose: Auch Amiens hat kaum nennenswerte Abgänge zu verzeichnen. Sie waren defensiv stark letzte Saison, haben genug Erfahrung im Team und wenn sie stabil bleiben, könnte eine Überraschung drin sein, heißt Nichtabsteig. Mit ihrem Erfolgstrainer Péllisier bilden sie eine eingeschworene Einheit, das Trainingslager, so liest man, war stark auf Physis und Ausdauer ausgerichtet. Der letzte Test ging mit 0:1 gegen Stoke verloren, im ersten Spiel treffen sie gleich auf PSG! Der Test am 29.07. gegen Troyes ging 1:2 verloren. Und man kann normalerweise darauf wetten, dass Amiens mit dem beschränkten Personalmöglichkeiten ein sicherer Abstiegskandidat ist.


    RC Straßburg Alsace
    Übersicht: Straßburg hat zwar eine ganz andere Geschichte als der SC Amiens, war jahrzehntelang Gast in der Ligue 1 und 1979 sogar einmal Französischer Meister, aber man kann sich ebenfalls damit brüsten den Durchmarsch von der National bis in die Ligue 1 geschafft zu haben! Das Drama um Straßburg in der jüngeren Geschichte begann vor zehn Jahren als man zweimal abstieg und wegen Insolvenzverfahren gar in der fünften Liga in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden drohte (2011). Doch nicht zuletzt mit Hilfe der fantastischen Fans, die auch im Amateurbereich treu das Team begleiteten (im Derby in der vierten Liga gegen den FC Mulhouse waren es über 20.000!) schaffte man es, sich wieder geduldig nach oben zu arbeiten, bevor nun also der große Sprung in die Ligue 1 gelang.

    Personal: Auf den Außenverteidigerpositionen hat man zwei Spieler abgegeben aber auch gleichwertigen Ersatz verpflichtet, die wichtigen Wechsel haben sich aber eher weiter vorne vollzogen. Mit Boutaib (MS/34/20/5) ist der erfolgreichste Torschütze abgewandert in die Türkei. Saadi kommt dafür aus Kortrijk, wo er eine ordentliche Saison hinter sich hat. Nuno da Costa ist eher eine Ergänzung. Dafür konnte man im Mittelfeld zwei namhafte Spieler verpflichten. Corgnet kommt aus St. Etienne, wo er im offensiven Mittelfeld jahrelang Stammspieler war, letzte Saison aber nicht mehr so oft eingesetzt wurde. Jonas Martin kommt von Betis Sevilla (ZM/20/2/0) und wird sicher eine Bereicherung sein.

    Prognose: Im Elsass freut man sich natürlich riesig, dass Racing wieder erstklassig ist. Man hat schon ein wenig Personal verloren aber der Großteil des Teams ist eingespielt. Von bisher vier Tests hat man keinen verloren, die Gegner zwar nur mittelmäßig aber immerhin (Luzern, Nancy, Zürich, Sochaux). In der Meistersaison konnte man auswärts nur fünf Spiele für sich entscheiden, setzt sich der Trend fort, wird Straßburg auswärts nicht viel holen. Dafür war man mit einer 14-2-3Bilanz zu Hause eine Macht und hat insgesamt auch am meisten Tore erzielt. Was nicht automatisch heißt, dass Racing sehr offensiv spielt. Vielmehr wechselte man sehr häufig die Grundordnung von einem 4-4-2 zu einem 4-3-2-1 mit drei defensiv orientierten Mittelfeldspielern vor der Viererkette. Man darf gespannt sein, ob Straßburg ihr starkes Spiel über das zentrale Mittelfeld in der Ligue 1 erfolgreich umsetzen können, denn echte Flügelspieler sind im Kader Fehlanzeige. Fun Fact: Racing hat mit 27,7 Jahren den ältesten Kader der gesamten Liga beisammen. Normalerweise findet man sich im Abstiegskampf wieder und machen wir uns nichts vor: Ein Team mit so wenig Substanz kann in ganz arge Schwierigkeiten geraden, sollten mal noch zusätzlich ein paar Spieler verletzt sein. Und trotzdem schwingt in der Prognose auch Optimismus mit. Racing hat zu Hause ein nettes Stadion, in das 29.000 Fans (immerhin Platz 12 in der Ligue 1) reinpassen. In den Heimspielen wird man ordentlich gepusht werden, mit Hilfe einer guten Heimbilanz ist Straßburg evtl. die eine oder andere positive Überraschung zuzutrauen.


    SM Caen
    Übersicht: Stade Malherbe Caen Calvados Basse-Normandie wie der Verein aus der Normandie mit vollem Namen lautet, hat eine richtig schwache Saison hinter sich. Von Beginn an spielte man praktisch gegen den Abstieg und kann sich bei Lorient bedanken, dass jene trotz vergleichsweise starkem Kader eine Katastrophensaison gespielt haben. Man beachte, dass vergangene Saison der FC Metz und FCO Dijon die Liga als Aufsteiger halten konnten, nur AS Nancy-Lorraine direkt wieder abgestiegen ist. SM Caen ist ein absolut etablierter Verein im französischen Profifußball. Die letzten 20 Jahre erzielte man entweder fast immer starke einstellige Ergebnisse in der Ligue 2 oder war erstklassig. Aktuell geht man in die vierte Ligue 1 Saison am Stück.

    Personal: Nach einer katastrophalen Defensive im letzten Jahr versucht man die Abwehr ligatauglich aufzustellen. Mit Djiku (IV/23/1/0) und Guilbert (RV/26/0/1) konnte man zwei gestandene Abwehrspieler aus Bastia und Bordeaux loseisen, Sankoh kam von EAG und ist ebenfalls Ligue 1 tauglich, er soll das DM verstärken. Mit Peeters (ZM/24/4/10) kommt ein starker Vorlagengeber aus Belgien (Sint-Truiden) zu SMC; er schließt die Lücke, die der Abgang des jungen Talents Makengo (U21-Nationalspieler) hinterlassen hat, der für knapp 5 Mio. zu Nizza gewechselt ist. Außerdem wird er Féret (ZM/35/2/4) unterstützen, den Kapitän des Teams, der mit 35 Jahren aber halt auch nicht jünger wird. Vorne hat SMC die drittwenigsten Tore aller Teams erzielt. 15 der 36 Tore hat dabei Ivan Santini (MS/35/25/2), die Lebensversicherung im Angriff, gemacht. Er war damit immerhin Siebter in der Torschützenliste. Rodelin (RA/37/9/4) ist die andere Lebensversicherung im Angriff, Caen somit stark abhängig von deren Form und Zufriedenheit.

    Prognose: Wie schlecht SMC letzte Saison war, verdeutlicht auch das negative Torverhältnis von 36:65 Toren. Die Bilanz von -29 wurde nur noch vom FC Metz übertroffen. Im Gegensatz zu Metz kassierte man aber außer gegen PSG (0:6) zwar nicht so viele Kanterniederlagen aber musste halt mit erschreckender Konstanz gegnerische Tore hinnehmen. An 21 von 38 Spieltagen kassierte man mindestens zwei Gegentore. Verglichen mit den Underdog-Aufsteigern aus Amiens und Straßburg hat man zwar mehr Qualität im Team (doppelt so hoher Gesamtmarktwert) und mit Garande eine verlässliche Personalie auf der Trainerbank seit 2012 - aber man muss kompakter werden und vorne deutlich zulegen, will man nicht wieder tief mit drinstecken im Abstiegssumpf. Wehe Caen sollten Santini oder Rodelin mal länger ausfallen! Da sich Caen trotz einer katastrophalen letzten Saison auf dem Transfermarkt kaum bewegt hat und echte Verstärkungen ausblieben, sehen nicht wenige Beobachter Caen neben Straßburg und Amiens als relativ sicheren Kandidaten für den Abstieg. Die letzten Tests gegen die Konkurrenten Rennes und Angers gingen jeweils mit einem Tor verloren.


    Dijon FCO
    Übersicht: Dijon Football Côte-d'Or konnte als Aufsteiger keine großen Überraschungen landen, war von Saisonbeginn an stark unter Druck und konnte am Ende nur hauchdünn die Klasse halten. Auch Dijon profitierte von den Unzulänglichkeiten der anderen Abstiegskandidaten und hatte am letzten Spieltag Glück, dass ein 0:0 gegen Toulouse zum Nichtabstieg langte. Genau wie Caen war man nur einen Zähler von der Relegation und drei Punkte auf den letzten SC Bastia entfernt. Der knappe Ligaverbleib ist ein großer Erfolg für Dijon! Man darf nicht vergessen, dass der Club in seinem jetzigen Bestehen erst 1998 aus einer Fusion zweier Vereine (Cercle Football Dijonnais und Dijon Football Club) hervorging, die zuvor keine Profiambitionen hegten. Erst seit 2004 hat man einen Profistatus und sich erfolgreich in der Ligue 2 etabliert. Trainer Rudi Garcia, der heutige Coach von OM hat maßgeblich zur Professionalisierung des Vereins von 2002-2007 beigetragen. Der erste Aufstieg in die Ligue 1 klappte aber erst 2010/11 - man stieg aber als 19. direkt wieder ab. Nun geht man also das erste mal überhaupt in die zweite Ligue 1 Saison in Folge. Es ist beachtlich, dass Dijon trotz ausbaufähiger Infrastruktur und finanzieller Limitierungen so relativ erfolgreich ist die letzten Jahre. Ins relativ kleine Stade Gaston-Gérard passen gerade mal rund 16.000 Zuschauer. Damit hat man nach Amiens das kleinste Stadion aller Teams.

    Personal: Der Abgang von Pierre Lees-Melou (OM/32/7/3) zu OGC Nizza ist nur schwer zu kompensieren, da er mit seiner positiven Ausstrahlung auch ein integrativer Charakter war. Noch schwerer wiegt der Abgang von Stürmer Diony zu St. Etienne, der mit 10 Toren und 8 Vorlagen in 35 Partien Garant für den Ligaverbleib war. Zwar wurde mit Jeannot von Absteiger Lorient verpflichtet. Der 25 jährige Stümer hat letzte Saison aber weniger durch starke Leistungen (17/0) als mit einer saftigen Sperre von zehn Spielen(!) auf sich aufmerksam gemacht, nachdem er am 2. Spieltag gegen SC Bastia (0:3) den Schiedsrichter heftig angegangen ist (hat ihn weggeschubst, um an den Ball zu kommen). Mit Said (LA/25/4/0) und Sliti (LA/16/1/2) kamen noch zwei eher durchschnittliche Offensivleute, die bei Rennes und Lille zwar hier und da ihr Potential zeigten aber man darf bezweifeln, ob das neue Gesamtpaket da vorne Melou und Diony ersetzen können. In der Defensive kamen Lautoa (IV/21/1/0) und Yambéré (IV/12/0/0) hinzu.

    Prognose: Dijon war im Angriff letzte Saison relativ flexibel und mit 46 Toren gar nicht schlecht dabei. Die fünft-schwächste Abwehr der Liga kassierte aber halt auch 58 Gegentore. Man konnte nur ganze acht Partien während der ganzen Saison für sich entscheiden, spielte dafür 13 mal Unentschieden. Da die Offensive sich erst noch neu beweisen muss, die Abwehr sich aber grundsätzlich nicht viel verändert hat, besteht berechtigter Zweifel, ob Dijon mehr zu bieten hat als letzte Saison. Das Team hat in allen Mannschaftsteilen ausreichend Substanz, um die Liga halten zu können, aber halt nur, wenn alles einigermaßen gut läuft. Aber ich rechne mit einem schweren Saisonstart. Der letzte Test endete gegen Racing Straßburg 0:0; man verlor davor Testspiele gegen AS. St. Etienne 0:4 und gegen den Zweitligisten Bourg-Péronnas 0:2.


    Montpellier HSC
    Übersicht: Montpellier Hérault Sport Club rangierte letzte Saison auf Platz 15 und zeichnete sich durch Offensivstärke und Defensivschwäche aus, was in einem satten Torverhältnis von 48:66 resultierte. Man stellte damit den siebtbesten Angriff und die drittschwächste Abwehr. Licht und Schatten verteilten sich auch in der Heim- und Auswärtsbilanz. Zu Hause narrte man regelmäßig selbst überlegene Gegner und belegte Platz 11, auswärts dagegen holte man mit einer 2-4-13-Bilanz gerade einmal zehn Punkte (Platz 19). Es ist nicht so, dass ein 15. Platz für Montpellier eine absolute Schande, jedoch muss der Anspruch des Überraschungsmeisters (einziger Meistertitel) von 2011/12 ein höherer sein, schließlich geht man in die neunte Ligue 1 Saison in Folge, spielt mit ein paar Jahren Ausnahme seit den 1990ern fast immer erstklassig und ist auch von der Qualität des Kaders doch mehr als einer Hand voll Teams stark überlegen.

    Personal: Mit Mounié (MS/35/14/3) hat man zwar den besten Torschützen der vergangenen Saison an Huddersfield Town verloren, dafür aber auch gut kassiert. Reinvestiert hat man in Sio von Stade Rennes (MS/34/9/1), der mit 25 Toren und 11 Vorlagen in 94 Ligue 1 Partien seine Tauglichkeit schon bei drei Vereinen unter Beweis gestellt hat. Er sollte keine Eingewöhnungszeit brauchen und könnte in Montpellier weiter aufblühen, im Test gegen OL hat er gleich mal getroffen (1:1). Mit Boudebouz hat er einen genialen Vorlagengeber (OM/33/11/9), der letzte Saison zu den auffälligsten Mittelfeldspielern überhaupt gehörte, wundert mich, dass da noch niemand die Fühler ausgestreckt hat. Mit Berigaud kehrt ein durchschnittlicher Stürmer nach Leihe aus Angers zurück. Vor allem in der Defensive will man sich verbessern. Top-Transfer in der Abwehr ist der neue TW Benjamin Lecomte von Lorient. Mit Pedro Mendes kam zudem ein gestandener IV von Stade Rennes. Ebenfalls eine Verstärkung ist RV Ruben Aguilar von AJ Auxerre, der dort als Stammspieler zu überzeugen wusste.

    Prognose: Trainer Der Zakarian wird mit Montpellier wohl eine Übergangssaison erleben, in der die verlorene letzte Saison kompensiert werden soll und die nach oben für Überraschungen gut ist. Sein Vorgänger Gasset hat es am Ende nicht mehr geschafft das Team zu motivieren. Acht Niederlagen in den letzten zehn Partien sprechen Bände. Dabei kann HSCM teilweise groß aufspielen, haben technisch ein paar ausgereifte Spieler auf dem Platz und sollten zu Hause auch vor größeren Namen keine Angst haben. Sollten sie die notorische Auswärtsschwäche der letzten Saison aber beibehalten, kommen sie über einen zweistelligen Mittelfeldplatz nicht hinaus. Dass das aber wohl besser wird, davon zeugen die Bemühungen die Abwehr personell besser aufzustellen. Alles in allem wird HSCM sicherlich besser abschneiden als letzte Saison.


    FC Metz
    Übersicht: Der FC Metz gehörte von 1967 bis 2002 immer der höchsten französischen Spielklasse an und pendelt seither zwischen Ligue 1 und Ligue 2 hin und her und hatte Glück 2011 nicht in die dritte Liga abzurutschen. Man konnte noch nie eine Meisterschaft feiern in der ersten Liga, dafür zieren zwei Pokalsiege aus den 1980ern und ein Ligapokalsieg (1995/96) den Trophäenschrank. Zum ersten mal seit 2004/05 geht man wieder in eine zweite Erstligasaison hintereinander, nachdem man 2007/08 und 14/15 nach dem Aufstieg direkt wieder abgestiegen war. "Les Grenats", die Granatroten, können sich auf ihre Fans aus ganz Lothringen verlassen, die der neuen Saison im Stade Saint-Symphorien (26.700 Plätze) entgegenfiebern, wo man am ersten Spieltag auf EA Guingamp treffen wird.

    Personal: Wie bereits in der Aufstiegssaison gehört man auch dieses mal zu den Teams mit dem geringsten Marktwert (28,46 Mio.) und liegt damit natürlich Welten hinter den Sptzenteams zurück. In der Abwehr hat man viel durchschnittliches Personal aber wirklich qualitativ verbessert hat man sich nicht. Diagne (IV/12/0/0) kommt als Leihe von Werder, Niakhaté (LV/35/1/2) kommt als Stammspieler vom Absteiger AS Nancy-Lorraine. Weiterhin ergänzen zwei Youngster den in der letzten Saison fragilen Abwehrverbund. Im defensiven Mittelfeld wird Poblete (DM/22/0/1), der aus Argentinien kam, sein Glück versuchen dürfen, während Cafu (ZM/18/0/3), der von Absteiger Lorient kam, die Zentrale unterstützen soll. In der Offensive hat sich personell am meisten getan, was die Bekanntheit der Namen anbelangt. Top-Mann Diabaté (58 Tore in 143 Ligue 1 Partien), der im Winter zur Leihe aus der Türkei kam, war mit acht Toren in 14 Partien maßgeblich am Klassenerhalt von Metz beteiligt und ist wieder zu Osmanlispor zurückgekehrt. Auch Mevlut Erdinc (MS/24/6/0) hat nach Leihe von Hannover nun den Weg in die Türkei genommen und Metz den Rücken gekehrt. Die Lücke, die beide hinterlassen, wird von Nolan Roux (209 Ligue 1 Spieler, 54 Tore, 26 Vorlagen) geschlossen, ein sehr starker Stürmer und auch guter Vorbereiter, der aber bei St. Etienne zuletzt etwas an Wert verloren hatte. Schmerzhaftester Abgang ist aber Top-Talent Sarr (LA/31/5/5), der seinen Weg nach Rennes gefunden hat und danach, wenn alles normal läuft, bei einem Topverein zu finden sein dürfte.

    Prognose: Der FC Metz hat letzte Saison die meisten Gegentore aller Teams kassiert (72) und eine katastrophale Bilanz von -33 vorzuweisen. Vor dem Abstieg gerettet haben Metz drei gute Mini-Phasen zu Beginn, in der Mitte und am Ende der Saison. Wenn es darauf ankam, hat man dann halt doch immer wieder den Bock umgestoßen. Dazwischen stellte man aber seine wirklich katastrophale Abwehr zur Schau, die von Spitzenteams das eine ums andere mal komplett entlarvt wurde. Metz hat sehr effizient gepunktet und wenn sie gegen direkte Abstiegskandidaten punkten, reicht es auch diese Saison wieder über dem Strich zu bleiben. Allerdings hat sich personell vorne doch einiges verändert und die Abwehr ist insgesamt nur leicht verstärkt worden. Es könnte schon wieder ungemütlich werden und alles hängt vorne quasi von Roux ab. Um ihn herum finden sich viele durchschnittlichen Spieler. Eine Abwärtsspirale während der Saison ist da nicht ganz ausgeschlossen, denn ähnlich starke Teams haben aufgerüstet.


    FC Toulouse
    Übersicht: Der FC Toulouse belegte vergangene Saison Rang 13 was angesichts der beiden bedrohlichen Saisons zuvor (beides mal knapp dem Abstieg entgangen, Platz 17) als Erfolg gewertet werden muss. Trotzdem muss der Anspruch des jungen Vereins ein anderer sein (Gründung erst 1970, nachdem ein örtlicher Vorgängerverein von 1937-1967 bestand hatte, danach sich aber aus dem professionellen Bereich zurückzog). Für TFC ist es die 15. Erstligasaison am Stück, 2006/07 war ein dritter Platz in der Ligue 1 der größte Teamerfolg bisher.

    Personal: TFC gehört vom Personal her eigentlich in einstellige Tabellenregionen. Diese Saison kann man mit 57.7 Mio. den achthöchsten Marktwert verzeichnen in der Ligue 1 verzeichnen. Zum Vergleich: In der Bundesliga läge man damit gerade mal auf Rang 17 noch hinter dem FC Augsburg! Im Fokus steht natürlich der Abgang von Top-Mann Martin Braithwaite (MS/34/11/3), der zu Middlesbrough gewechselt ist. Kompensiert werden soll sein Abgang durch Yaya Sanogo. Sanogo hat bekanntlich in England eine Horrorsaison hinter sich, stand nach einer langen Wadenverletzung kein einziges mal im Kader und spielte ganze drei Einsätze in der 2. Arsenal-Mannschaft. Ob der Top-Scorer der U-20 WM von 2013 endlich wieder Fuß fassen kann, nachdem er die letzten Jahre bei Arsenal, Charlton und Ajax verletzt oder außer Form war, darf gehofft werden. Jean (MS/18/1/5) wird nach der Leihe im Winter aus Monaco fest verpflichtet. Sonst hat sich nicht viel getan. Cahuzac (DM/29/1/0) kam aus Bordeaux und kann das DM mit seiner Erfahrung (32 Jahre) noch weiter verstärken. Machach (ZM/10/0/0) dagegen ist ein Youngster aus Marseille, der wohl eher ergänzend eingesetzt wird. Ein weiterer wichtiger Abgang ist Oscar Trejo (OM/29/2/5), der nach Spanien gewechselt ist.

    Prognose: Toulouse war letzte Saison das wohl ambivalenteste Team der Ligue 1. In der Abwehr hat man zweifelsohne große Stärken, hat in 38 Spielen nur 41 Gegentore kassiert und zählt damit zu den Top Five der Defensiven. Im Angriff dagegen erzielte man mit mickrigen 37 Tore einen sehr dürftigen Wert, der an Harmlosigkeit nur noch von Caen übertroffen wurde. Dass mit Braithwaite, der fast ein Drittel aller Tore erzielte, der zuverlässigste Torschütze ging, hilft da natürlich nicht weiter. Es bleibt abzuwarten, wie Sanogo sich entwickelt. Jean könnte ebenfalls noch zulegen. Bei TFC hat man es nicht gewagt allzu viel zu verändern. Das ist vielleicht gar nicht so verkehrt. Die Abwehr sollte auch dieses Jahr wieder stabil stehen, vorne hat man Potential nach oben. Meine Hoffnung ruht auf Andy Delort, der nach seiner Rückkehr von seinem mexikanischen Abenteuer bei Tigres UANL ja schon in der Rückrunde ordentlich gespielt hat (15 Spiele, 5 Tore). Wenn er und Sanogo oder auch Toivonen ins Rollen kommen, könnte Toulouse einstellig überraschen. Ansonsten wird man als biederer Unentschieden-König wieder Platz 12-15 einnehmen.


    Angers SCO
    Übersicht: Angers Sporting Club de l’Ouest spielt die dritte Ligue 1 Saison in Folge und kann auf eine weitere relativ erfolgreiche Erstligasaison zurückblicken, in der man zwar im Vergleich zum vorherigen um drei Plätze auf Rang 12 zurückfiel aber angesichts der begrenzten Möglichkeiten stolz und zufrieden sein kann. Sukzessive hat man sich in der jüngsten Geschichte wieder erfolgreich in der Ligue 1 etabliert, nachdem man von den 1950ern - 1990ern insgesamt 24 Saisons bereits zeitweise erstklassig war. Es spricht aktuelle nichts dagegen, dass eine weitere spannende Saison wieder im gesicherten Mittelfeld beendet werden kann und bestehende Strukturen weiter professionalisiert werden. Bedenkt man, das man erst seit 2007 wieder zweitklassig war, sind die letzten 10 Jahre wirklich zufriedenstellend verlaufen und man konnte sich vor allem in aller Ruhe und ohne allzu große Erwartungshaltung (wieder) zu einem gestandenen Erstligateam mausern. Angers Einzug ins Pokalfinale 2017, wo man PSG knapp mit 0:1 unterlag, kann als größter Erfolg der jüngsten Geschichte verbucht werden.

    Personal: Natürlich weckt ein solcher Erfolg eines kleinen Teams auch Begehrlichkeiten. So hat man in Angers den Verlust von zwei Schwergewichten verkraften müssen: RA Nicolas Pepe (33/3/1) wechselte zu OSC Lille und Stürmer Diédhiou (31/8/2) zog es nach Bristol City. Diédhiou war 15/16 Torschützenkönig in der Ligue 2 mit Clermont Foot und hätte bei einem besseren Team wohl noch locker mehr Tore erzielt. Sein Abgang wiegt schon schwer. Lange traurig war man allerdings wohl nicht, denn man hat mit dem 22-jährigen U21-Nationalspieler Frankreichs Enzo Crivelli (MS/24/20/1) einen guten Ersatz gefunden, der gutes Entwicklungspotential zeigt. Auch der junge Guillaume (MS/31/9/5), der mit guten Empfehlungen vom Aufsteiger Straßburg kommt (ausgeliehen von Lille), ist eine interessante Personalie und hat das Zeug einen Sprung nach vorne zu machen. Fulgini (von Valenciennes, ZM/35/6/2) und vor allem Coulibaly (von Bordeaux, ZM/30/0/2) sollen das Team im zentralen Mittelfeld verjüngen und den Abschied von Kapitän N'Doye (ZM/33/6/6) vergessen machen, den es auch auf die Insel zog (Birmingham City). Mit ihm sind die drei wichtigsten Abgänge somit komplett.

    Prognose: Trotz der Abgänge von Pepe, Diédhiou und N'Doye ist Angers nicht hilflos geblieben, sondern hat interessanten Ersatz verpflichtet. Sowohl im Angriff als auch im Mittelfeld hat man zwar etwas an Qualität eingebüßt und die Neuzugänge müssen sich erst noch beweisen, aber wenn die Neuzugänge ihre Normalform erreichen, sollten sie die Abgänge kompensieren können. Vor allem die unveränderte Abwehr sollte wieder stabil genug sein, um mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben zu müssen. Andererseits haben die Gegner Angers inzwischen sicher gut studiert. Das Kollektiv um Trainer Moulin, der nun schon seit sechs Jahren die Fäden in der Hand hält arbeitet unaufgeregt und zuverlässig. Die Stärke von Angers war letzte Saison die Ruhe und Ausgeglichenheit, die man auch in schwierigen Saisonphasen ausstrahlte, außerdem war die Effizienz verblüffend, mit welcher Angers Tore aus dem Nichts erzielen konnte. Gegen die Top Teams wird man auch diese Saison keine Chance haben aber konzentriert man sich darauf die Schwächeren zu schlagen, wird man zwischen Platz 10 und 12 einlaufen.


    Lille OSC
    Übersicht: Les Dogues, Die Doggen, wie die Spieler von OSC Lille auch genannt werden, können stolz darauf sein, in einem der traditionsreichsten Vereine Frankreichs zu spielen. Die Gegend um Lille war Teil des nordfranzösischen Bergbaureviers, dessen Kumpel früh eine Fußballbegeisterung entfachten. Nach einer erfolgreichen Zeit des 1902 gegründeten Vereins Olympique Lillois, kam es im Verlauf der Geschichte zu mehreren Fusionen mit anderen lokalen Vereinen, aus dem schlißlich im Jahr 1944 der heutige Lille Olympique Sporting Club hervorging. Nach einem sportlichen und finanziellen Abwärtstrend von 1954 - 1969 kann sich LOSC schließlich wieder etablieren und in den kommenden Jahrzehnten professionalisieren und wirtschaftlich konsolidieren. Es dauert aber bis zur Saison 2010/11, dass man nach mehr als über 50 Jahren mal wieder einen Titel für sich gewinnen kann! In dieser grandiosen Saison gelingt es dafür dann gleich doppelt - man wird Pokalsieger und kann die Meisterschaft für sich entscheiden. 2016/17 war die erste Saison seit neun Jahren, die man in der Tabelle nicht einstellig abschließen konnte, daher kann man zurecht von einem unterdurchschnittlichen Jahr sprechen, vor allem, wenn man bedenkt, dass man drei der letzten sieben Saisons in den Top 3 abschloss! Es scheint so, als ist es für Lille schwerer geworden in Zeiten finanzieller Gigantonomie mit den Top Teams Schritt halten zu können. Bedenkt man, dass Lille einen Gesamtmarktwert von gerade einmal 56 Mio. aufzuweisen hat, sieht man welche Lücken zu PSG (>500 Mio.), Monaco (>250 Mio), Marseille und inzwischen auch Nizza klaffen (je >130 Mio.).

    Personal: Nach der enttäuschenden letzten Saison möchte man nun wieder angreifen und die Europa League anpeilen. LOSC hat großzügig investiert! Vor allem in Brasilien hat man entsprechende Verstärkungen gefunden. Thiago Maia (ZM/Saison 15/16: 25/2/1) vom FC Santos sowie Thiago Mendes (DM/Saison 15/16: 32/2/1) und Luiz Araujo (LA/Saison 15/16: 22/2/3) beide vom FC Sao Paulo werden Lille einen brasilianischen Touch verleihen und vor allem die Top-Talente Maia (21) und Araujo (20) erhoffen sich den Durchbruch im europäischen Fußballbetrieb. Mit Pepe (RA/33/3/1) kam eine absolute Verstärkung auf der rechten Außenbahn, er war, wie schon erwähnt, bei SCO Angers mit der wichtigste Mann. De Preville (MS/30/14/1) wurde nach Leihe nun fest verpflichtet und war letzte Saison Lilles bester Torschütze! Mit Malcuit (25/0/3) kam ein erfahrener RV von St. Etienne. Alles in allem hat Lille neue, qualitativ teilweise hochwertige und vor allem auch junge, perspektivische Spieler für 65,5 Mio. eingekauft! Dem stehen aber eben auch qualitative Abgänge gegenüber: Mavuba (Sparta Prag, DM/18/0/0), Sliti (Leihe nach Dijon, LA/16/1/2), Guillaume (SCO Angers, MS/37/2/1) und vor allem Rony Lopes (Leih-Ende Monaco, RA/25/4/4) und Corchia (FC Sevilla, RV/38/1/4) sind allesamt wertvoll gewesen. Mavuba war neun Jahre lang die Seele im defensiven Mittelfeld. LOSC hat mit Pepe, Araujo und Maia drei Personalien in den Top 25 Transfers der Ligue 1 in dieser Saison und hat mit rund 65 Mio. nach Finanz-Primus PSG am meisten aller Ligue 1 Teams in die neue Saison investiert. Natürlich hat man auch nach den Leihen und Abgängen einiges investieren müssen, um die Qualität zu verbessern, aber ich bin sehr positiv angetan von den bisherigen Transfers und die Bilanz von -53 Mio. zeigt, dass Lille keine Kosten und Mühen scheut in der Liga wieder voll anzugreifen. Dabei ist die mit wichtigste Personalie fast untergegangen, denn mit Marcelo "El Loco" Bielsa hat man einen erfahrenen und streitbaren Trainer geholt, der schon Argentinien (1998-2004), Chile, Bilbao und Marseille trainiert hat und Lille auf jeden Fall auf die Sprünge helfen kann.

    Prognose: LOSC hat so viele Zu- und Abgänge zu verzeichnen, da wird es wohl Zeit brauchen bis da alle erfolgreich integriert sind. Unterdessen könnten vor allem in der Offensive die bereits Etablierten de Preville (MS/30/14/1), Éder (MS/31/6/5), El Ghazi (RA/12/1/0) und Benzia (OM+MS/25/3/4) von den Neuzugängen zusätzlich profitieren. Alles in allem sehe ich da eine starke Offensive in Lille heranwachsen, wenn es nur halbwegs gut gelingt, die neuen in ein gut funktionierendes Spielsystem zu integrieren. Der letzte Test endete spektakulär 4:2 gegen den Liga-Rivalen Stade Rennes und lässt vermuten, dass mit Lilles Offensive zu rechnen sein wird - noch einmal nur 40 erzielte Tore kann man sich mit diesem Offensiv-Personal eigtl. nur schlecht vorstellen. In der Defensive wird man abwarten müssen, wie sich Lille entwickelt. Mit 47 Gegentoren war man letzte Saison durchschnittlich. Ich weiß nicht wie Bielsa genau tickt aber es wird dank ihm und den Neuzugängen ein südamerikanisches Flair vorzufinden sein, das sicher ein wenig von dem statischen Sicherheitsfußball der letzten Jahre abrücken wird. Sollte alles rund laufen, kann Lille definitiv positiv überraschen, ein einstelliger Tabellenplatz sollte sicher sein, ein Platz in der Europa League wird wegen der Konkurrenz aber nur schwer erkämpft werden können.

    Kommentar von User OlivoAlbanetti: Bielsa tickt noch genauso eigensinnig wie in Marseille. Sehr auf offensiven Fußball bedacht. Etablierte Spieler wie Basa, Mavuba, Martin und selbst Eder (insgesamt 11 waren es zum Trainingsauftakt) wurden von ihm ausgemustert, weil sie nicht in sein System passen. Die hohen Ausgaben übrigens durch den Einstieg des luxemburgischen Investors Gerard Lopez bedingt.


    EA Guingamp
    Übersicht: En Avant de Guingamp wurde zwar bereits im Jahr 1912 gegründet, am professionellen Fußballsport nimmt der Verein aus der Bretagne aber erst im Jahr 1984 teil. Damit einher geht auch die Notwendigkeit eines größeren Stadions, des Stade municipal de Roudourou, das 1990 errichtet wird und dessen Fassungsvermögen mit rund 18.000 Zuschauern mehr als doppelt so groß ist, wie der Ort Guingamp Einwohner hat (8.000). Eng verbunden mit der Professionalisierung und Strukturverbesserung des Vereins ist der Nahrungsmittel-Unternehmer und spätere Politiker und Funktionär (FFF) Noel Le Graet, der von 1971-1992 Vereinsvorsitzender war. Ohne seine Ambitionen und Mittel wäre Guingamp niemals in der Lage gewesen ein Stadion zu errichten und mittelfristig erfolgreich zu sein. Im Jahr 1995 erreicht EAG die Erstklassigkeit und hat seither immer erst- oder zweitklassig gespielt. In die zweite Amtszeit von Le Graet als Vorsitzender (2002-2011) fällt auch der bisher größte Erfolg des Vereins als man als Zweitligist 2009 im Finale gegen Stade Rennes den Coupe de France gewinnen kann. 2014 kann man den Pokalsieg gar wiederholen, wieder im Finale gegen Rennes. EAG spielt aktuell die fünfte Saison in Folge Ligue 1 und konnte die erste Partie gleich mit einem 3:1-Auswärtssieg beim FC Metz erfolgreich gestalten.

    Personal: EAG hat mit 23 Spielern einen relativ kleinen Kader beisammen. Mit Mendy (MS/22/3/0), Bodmer (IV/22/0/1), Sankoh (DM/17/0/0), De Pauw (RA/28/4/4) hat man zwar durchaus Stammspieler verloren aber auf ähnlichem Niveau dürften sie gut ersetzt worden sein. Mit Tabanou (LV/6/0/0) kommt ein gestandener Profi mit viel Ligue 1-Erfahrung von einer verkorksten Saison (Verletzungen) beim FC Granada zu den Bretonen. Ebenfalls ablösefrei kommen Camara (LA/15/0/1) von Derby County und der junge Südafrikaner Phirii (ZM/25/0/3) von Bröndby Kopenhagen. Zudem hat man mit Rebocho (LV/19/0/4) einen gestandenen Verteidiger aus der portugiesischen Liga angeln können, der bei Moreirense Stammspieler war. Rebocho, Phiri und Camara standen am 1. Spieltag alle in der Startelf und sind offensichtlich gut bei EAG angekommen.

    Prognose: Die Abgänge konnten alle gut kompensiert werden und vorne ist das starke Gerüst mit dem jungen Coco (RA/34/4/3) und den erfahrenen Privat (MS/20/3/1), Salibur (LA/35/8/6) Briand (MS/34/12/6) ja zum Glück erhalten geblieben. EAG hat das Glück, dass sie im Angriff relativ variabel sind und über gefährliche Außen verfügen, die ideal für ein schnelles Umschaltspiel sind. Läuft Briand zu ähnlich guter Form auf, wie in der vergangenen Saison, wird EAG wieder an der 50-Tore-Marke schnuppern können. Die Defensive war in der letzten Saison in den Flop 7 das gilt es evtl. diese Saison zu verbessern. Insgesamt hat mir EAG im ersten Saisonspiel sehr gut gefallen und positiv überrascht. Hatte man letzte Saison mit einer 2-5-12 Bilanz eine sehr schwache Auswärtsbilanz vorzuweisen, hat man nun mit dem ersten Saisonsieg in der Fremde gleich mal ein starkes Zeichen setzen können. Gegen Metz gewann man nach Rückstand noch 3:1 nachdem man von 4-2-2 auf 4-3-3 umstellte und konnte sich gar als einziges Team am 1. Spieltag in der Fremde durchsetzen. Matchwinner war der U19-Champion von 2016 Ludovic Blas, der ein Tor erzielte und ein weiteres vorbereitete. EAG hat das Zeug wieder eine sehr gute Ligue 1 Saison auf den Rasen zu kriegen (10. Platz 2016/17) und hat sogar Luft nach oben, sollten sie im Kollektiv stark bleiben und die Defensive einigermaßen zusammenhalten. Vorne sind sie variabel, mitunter recht temporeich und vor allem eingespielt, da dürften gerade die schwächeren Defensivreihen der Underdogs richtig Probleme bekommen.


    Stades Rennes
    Übersicht: Stade Rennais Football Club zählt zu einem der traditionsreichsten Clubs im französischen Profifußball. Die frühesten Anfänge des Vereins lassen sich auf ehemalige bretonische Studenten zurückführen, die 1901 den Verein Stade Rennes Université Club gründen und fortan zum Ziel haben in der Ligue de Bretagne der Dominanz von U.S. Saint-Malo, bei denen besonders viele Briten spielten, ein Ende zu setzen. Nachdem man regional hohe Bekanntheit erlangt hat und zu einem der beliebtesten Teams der Bretagne geworden ist, ist man schließlich eines der 20 Gründungsmitglieder der Division 1, der heutigen Ligue 1, die vom französischen Fußballverband in der Saison 1932/33 ins Leben gerufen wird. Fun Fact: Ein deutscher Stürmer namens Walter Kaiser aus der Weimarer Republik, der in Diensten von Stade Rennais UC, wie der Club damals noch hieß, spielte, war mit 15 Toren der erste Top-Scorer der neu gegründeten höchsten französischen Profispielklasse. Man ist dort aber nur durchschnittlich und zeigt wenig Konsistenz, rutscht auch teilweise in die zweite Spielklasse ab. Unter einem neuen Präsidenten spielt man 1958 wieder erstklassig, gewinnt 1965 und 1971 gar den Coupe de France, kann aber weder in der Liga noch auf europäischer Ebene Erfolge verzeichnen. Nach dem Rücktritt von Prouff, Trainer und "Macher" im Verein von 1964-71 stürzt Rennes in ein jahrzehntelanges Chaos, das geprägt ist von einem enormen Trainerverschleiß, einem Auf und Ab zwischen erster und zweiter Liga und einem teilweisen Bankrott, der durch Eingriffe der Stadt verhindert werden kann. Erst ab dem Jahr 1994 kann sich SRFC stabilisieren und spielt seither ununterbrochen in der Ligue 1, wobei man sehr häufig im einstelligen Tabellenbereich abschließen konnte. Zu verdanken hat das der Verein seinem neuen Konzept eine Jugendakademie zu gründen, was wiederum ohne die Hilfe des aus der Bretagne stammenden Magnaten und Milliardärs Francois Pinault nicht möglich gewesen wäre - der 1998 den Verein von der Stadt aufkauft, das Stadion renoviert (Roazhon Park, heute 29.778 Plätze) und großzügig in die Nachwuchs- und Jugendarbeit des Vereins investiert, die auch unter der Ägide seinem Sohn Henri Pinault (Fun Fact: Mit Selma Hayek verheiratet) seither gepflegt wurde und so Talente hervorgebracht hat wie Wiltord, Briand, Yoann Gourcuff, Brahimi, Bakayoko, M'vila oder aktuell Ousmane Dembélé, für den Rennes bekanntlich ordentlich mitkassieren wird, falls ein Wechsel vom BVB zu Barca stattfinden wird. Obwohl Rennes größte Erfolge sich bisher auf zwei Pokalsiege und einen vierten Tabellenplatz (2005/06) rasch zusammenfassen lassen können, ist die Begeisterung für SRFC in der Bretagne und weit über ihre Grenzen hinaus ungebrochen. Dank der finanziellen Sicherheit im Hintergrund ist der Verein sehr stabil und wird normalerweise auch in Zukunft nicht nur das eine oder andere Talent hervorbringen sondern auch eine gute Rolle in der Ligue 1 spielen.

    Personal: Stade Rennes hat zwar seinen starken Stamm-Keeper Costil an Bordeaux verloren (Werder war auch an ihm dran), sich defensiv mit Traoré (RV/31/2/2) aus Reims und der Leihe-Rückkehr von TW Diallo (Türkei) und DM Sylla (Montpellier) aber nur punktuell verstärkt - in der Offensive gab es dagegen den größeren Zwang zu Neuverpflichtungen, da mit Diakhaby (MS/25/4/0), Giovanni Sio (MS/34/9/1) und Wesley Said (LA/25/4/0) gleich drei offensive Stammkräfte den Verein in Richtung Monaco, Montpellier und Dijon verließen. Typisch für Rennes holte man im Gegenzug sehr junge Toptalente. Mit Ismaila Sarr (LA/OM/31/5/5) kam ein starker Offensivallrounder vom FC Metz, der am 1. Spieltag beim Auswärtsspiel in Troyes gleich positiv herausstach und wohl Spieler der Saison in Rennes werden könnte. Mit 17 Mio. war der 19 Jahre junge Senegalese der zweitteuerste Transfer der Saisongeschichte und wenn alles normal läuft, wächst er in Rennes zu einem Star heran, der dann bald beim FC Barcelona oder Manchester City auflaufen könnte. Barca war ja bereits jetzt stark an ihm interessiert. Die zweite große Neuverpflichtung besteht aus dem 18 jährigen Flügelspieler, U17- und U19-Europameister Faitout Maoussa (LA/LM/14/3/3), der für rund 7 Mio. Ablöse aus Nancy in die Bretagne kam. Mit Brandon (MS/39/14/4) kam ein schwer einzuschätzender Stürmer von RCD Mallorca, desweiteren kam mit Jordan Tell ein No-Name-Spieler von Caens B-Team, der in Troyes nach seiner Einwechslung prompt zum 1:1 Ausgleich traf. Mit Benjamin Bourigeaud (ZM/35/3/6) kam zu guter letzt ein aufstrebender zentraler Mittelfeldspieler von Lens, der sich bei Rennes ebenfalls sehr gut entwickeln dürfte.

    Prognose: SRFC hatte letzte Saison das Problem im Angriff mitunter sehr bieder zu sein, mit 36 Toren war man in den Top 5 der schwächsten Offensivreihen vertreten. Dass man trotzdem auf einem einstelligen Tabellenrang landete am Ende, hängt mir der Stabilität in der Defensive zusammen, die nur 12 Niederlagen hinnehmen musste und damit qualitativ wesentlich besser war als die üblichen Verdächtigen in der zweiten Tabellenhälfte oder z.B auch Olympique Lyon. Mit 14 Unentschieden erreichte man zudem einen Höchstwert an ausgeglichenen Spielergebnissen. Mit Costil hat man leider eine Garantie im Tor verloren, ob der senegalesische Nationaltorwart Diallo in die Fußstapfen treten kann, bezweifle ich stark, bei Rizespor kam er auf ganze 19 Einsätze vergangene Saison aber letztlich kann ich es nicht beurteilen. Ansonsten ist die Abwehr eingespielt (Bensebaini, Danze, Mexer, Gnagnon), wurde durch Traoré intelligent verstärkt und sollte auch wieder eine starke Saison abrufen können. Im Angriff hat man mit Sarr und Maoussa zwei sehr vielversprechende Toptalente verpflichten können, die normalerweise richtig durchstarten sollten. Während sich Maoussa im ersten Spiel leicht verletzt hat (nichts ernstes), hat Sarr stark aufgespielt, sich leider zweimal nicht mit einem Tor belohnt. Normalerweise sehen wir bei Rennes in der Offensive diese Saison mehr Lebendigkeit und vor allem zu Hause kann man wieder eine starke Saison erwarten (10-6-3 Bilanz in 2016/17). Insgesamt hat Rennes aber im Gegensatz zu den Top Teams einen zu limitierten Kader, um oben mitspielen zu können und wird am Ende wieder auf einem einstelligen Tabellenplatz landen, der aber nicht zu einer Teilnahme am europäischen Wettbewerb berechtigt.


    AS St. Etienne
    Übersicht: Association Sportive de Saint-Étienne Loire ist eine der traditionsreichsten und erfolgreichsten Fußballvereine Frankreichs, was sich unter anderem durch zehn Meistertitel, wodurch man bis heute Rekordmeister ist, sechs Pokalsiege und Rang 3 in der Ewigen Tabelle der höchsten französischen Spielklasse ausdrückt. Die größten Erfolge von l'ASSE erstrecken sich auf die 1960er/70er Jahre und liegen damit schon eine ganze Weile zurück. In dieser Zeit dominierte ASSE den französischen Fußball nach Belieben, wurde sogar über die Landesgrenzen hinaus gefeiert und war dafür verantwortlich, dass die Fußballbegeisterung in ganz Frankreich explodierte und der professionelle Fußballsport immer populärer wurde. Das legendäre Finale des Europacups der Landesmeister gegen Bayern München im Jahr 1976 im Glasgower Hampden Park ist bis heute unvergessen (les poteaux carrés) und trotz der 0:1 Final-Niederlage wurden Les Verts sogar in Paris von einer begeisterten Masse und Staatspräsident Valéry Giscard d'Estaing empfangen und gefeiert, was es davor und danach in dieser Form nicht mehr gab. Der letzte Meistertitel stammt jedoch bereits aus der Saison 1980/81 und ist bis dato der letzte bedeutende Titel überhaupt, den das ostfranzösische Team aus dem Loire-Kohlebecken erringen konnte, wenn man den Ligapokalsieg von 2013 mal außer Acht lässt. Nach dem Rausch zweier Jahrzehnte steuerte ASSE in den Achtzigern auf deutliche tristere Realität zu und die Patina des sportlichen Erfolgs begann merklich zu verblassen. Man verlor Schlüsselspieler wie Platini, stieg 1984 gar in die Zweitklassigkeit ab und leistete sich in der Folgezeit vereinsinterne Eskapaden und finanzielle Unregelmäßigkeiten. Nach einem sportlichen Auf und Ab, das auch zeitweise in zweitklassigen Jahren mündete, konnte man sich schließlich wieder stabilisieren und spielt seit der Saison 2004/05 wieder ununterbrochen in der Ligue 1. Diese jüngste Epoche wurde maßgeblich von Trainer Galtier geprägt, der fast ein Jahrzehnt lang die Geschicke des Teams gelenkt hat und aus ASSE wieder einen zuverlässigen und erfolgreichen Erstligaverein geformt hat, der unter ihm fast immer einstellig abschloss und sich nach 32 Jahren in der Saison 2013/14 wieder für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren konnte (man scheiterte aber an Esbjerg in der Qualifikation der Europa League). Nach dem Abgang von Galtier hat seit Juni 2017 Trainer Rudi Garcia die Zügel in der Hand; er führte die Grün-Weißen vergangene Spielzeit auf den achten Tabellenplatz.

    Personal: Vergleicht man die Startformationen der letzten Spieltage der letzten Saison mit der Startelf vom ersten Spieltag am vergangenen Samstag sieht man, dass sich doch ein bisschen wasl bewegt hat personell. Die Abgänge fokussieren sich nicht so sehr auf die Defensive, wo lediglich Malcuit (RV/25/0/3) nach Lille gewechselt ist, Lemoine (DM/15/0/0) in die Ligue 2 zum FC Lorient ging und Polomat (LV/11/0/0) nach Auxerre verliehen wird, sondern eher auf die Offensive, wo man mit Roux (MS/21/4/1) und Corgnet (OM/10/1/0) zwei namhafte Kräfte abgegeben hat und die Stammspieler Veretout (ZM/35/3/4, über Aston Villa inzw. bei AC Florenz) und Saivet (OM/12/1/2, zurück zu Newcastle United) jeweils nach Leihen den Verein wieder verließen. Arnaud Nordin (LA/15/2/0) wird ausgeliehen und darf sich bei Nancy weiterentwickeln. Nicht weniger als vier Stamm- und weitere vier gute Ergänzungen haben also ASSE verlassen. Für Neuzugänge haben Les Verts rund 20 Mio. Euro ausgegeben. Ein beträchtlicher Anteil davon floss in die Investition von Offensivkraft Diony (MS/35/10/8), der aus Dijon kam, eine bärenstarke Saison hinter sich hat und insgesamt dort in 116 Spielen 33 Tore und 18 Vorlagen markierte. Ohne Zweifel wird Diony ASSE viel Freude bereiten im Normalfall. Mit Bamba (RA/16/3/2) kehrt ein interessanter U21-Nationalspieler Frankreichs nach Leihe aus Angers zurück und auch er könnte eine richtig starke Saison vor sich haben. Im ersten Spiel beim 1:0 Sieg gegen Nizza hat er gleich mal das entscheidende Tor erzielt. Obwohl in der Defensive schon recht gut aufgestellt, holte man für die rechte Abwehrseite den Schweizer (U21-Nationalspieler) Saidy Janko (RV/14/1/1) der als Celtic Glasgow-Leihe beim FC Barnsley Erfahrung gesammelt hat und gleich mit einem Startelfeinsatz belohnt wurde. Silva (LV/10/1/1) kam aus Udinese, war aber an Granada ausgeliehen, wo er aber nicht besonders überzeugen konnte. Er dürfte als back-up bereitstehen sollte der junge LV Pierre-Gabriel mal nicht klar kommen. Obwohl man bereits mit Clement, Selnaes (26/0/0), Vincent Pajot (21/3/0) und Dabo (14/0/1) vier erfahrene defensive Mittelfeldspieler im Kader hat, hat man mit Dioussé vom FC Empoli (33/0/0) noch einen weiteren fest verpflichtet und mit Hernani von Zenit St. Petersburg (8/0/0) noch einen weiteren als Ersatz ausgeliehen.

    Prognose: ASSE hat eine kleine Personalrotation erlebt aber das Grundgerüst um TW Rouffier, Kapitän und IV Perrin, dem defensiven Mittelfeld um Selnaes/Dabo/Pajot und den Offensivgeistern Hamouma und Tannane ist erhalten geblieben und scheint nach wie vor gut zu funktionieren. In der Startelf standen mit Dioussé, Janko und Bamba immerhin gleich drei Neuzugänge, die sich allesamt gut eingefügt haben. Die Abwehr und das defensive Mittelfeld war letzte Saison schon stark, nun habe ich den Eindruck, dass man auch im Spiel nach vorne dank den Neuzugang Diony und dem Rückkehrer Bamba ein Stück gefährlicher geworden ist. Mit nur 42 Gegentoren stand ASSE letzte Saison gut da in der Abwehr (Top 7) und wenn der Angriff nun etwas stärker wird (nur 41 Tore letzte Saison), ist mit dem Rekordmeister wieder zu rechnen in der oberen Tabellenhälfte. Gegen Nizza spielte man ein starkes Pressing im 4-3-3 Verbund, trat von Beginn an sehr selbstbewusst auf, ging früh in Führung, könnte noch einen Elfmeter vor der Pause bekommen und in der Folgezeit man ließ hinten so gut wie nichts zu und gewann relativ ungefährdet 1:0. wenn ASSE es schafft erfolgreiches Pressing mit Kompaktheit zu verbinden, werden sie eines der unangenehmsten Teams der Liga sein, gegen die es erst einmal zu gewinnen gilt. Zwei, drei Siege mehr als letzte Saison (12-14-12 -Bilanz 50 Punkte) und sie schaffen es zurück auf die europäische Bühne.


    FC Nantes
    Übersicht: Der heutige Verein FC Nantes resultiert aus einer Fusion von mehreren lokalen Vereinen, die sich 1943 zum FC Nantes zusammenschließen und die bis heute auffallend grün-gelben Vereinsfarben als Kennzeichen wählen, worauf sich auch ihr Spitzname Les Canaris, die Kanarienvögel, zurückführen lässt. Das Team aus der westfranzösischen ehemaligen Industriestadt kennzeichnet sich im französischen Fußball vor allem durch seine Beständigkeit, seinen Erfolg und seine gute Jugendarbeit aus. FC Nantes spielte zwar von 1945-63 in der zweiten Division 2 aber danach ununterbrochen bis 2007 in der Division1 bzw. Ligue 1, was sehr beachtlich ist und die konstant gute Vereinsarbeit widerspiegelt, die dort geleistet wurde. Der Beginn der erfolgreichen Zeit des FCN ist eng verknüpft mit Trainer José Arribas, der von 1960-76 16 Jahre lang die Geschicke des Teams leitet und drei Meistertitel in den Westen Frankreichs holt. Auch danach besticht der Verein durch eine verblüffende Beständigkeit und Solidität in der Vereinsführung, da auch nach der Ära Arribas von 1976-1997 gerade mal vier weitere Trainer verpflichtet werden (müssen). Die Probleme beginnen dann erst in den 2000ern, wo sich allmählich Chaos und Unruhe im Verein bemerkbar machen und Gernot Rohr 2009 zwischenzeitlich der zehnte Trainer innerhalb eines Jahrzehnts ist. Trauriger Höhepunkt infolge sportlicher Erfolglosigkeit, schlechter Vereinsführung und mangelnder Konstanz in den Ämtern ist 2007 der erste Abstieg in die Zweitklassigkeit nach 44 Jahren. Noch im selben Jahr tritt Waldemar Kita, polnischstämmiger Millionär und heutiger Präsident, als finanzieller Retter auf und kauft Anteile des Vereins auf. Nach dem Abstieg 2007 stieg man zwar sofort wieder auf, aber rutschte postwendend wiederum in die Ligue 2 ab, wo man vier Saisons brauchte bis man 2013 schließlich den erneuten Aufstieg besiegeln konnte. Man geht aktuell in die fünfte Ligue 1 Saison in Folge und konnte vergangene Saison mit einem 7. Tabellenrang sehr positiv überraschen. Der FCN zählt in Frankreich zu den erfolgreichsten Clubs überhaupt und konnte zwischen 1964 und 2001 Insgesamt acht Meisterschaften und drei Pokalsiege feiern. In der Ewigen Tabelle rangiert man in den Top Ten. Die letzte Meisterschaft (2000/01) ist aber schon wieder fast 20 Jahre her und aktuell sieht es nicht danach aus, als könnte man in naher Zukunft um Titel mitspielen. Präsident Kita hat, etwas überraschend, Claudio Ranieri als neuen Trainer präsentieren können, er übernahm am 01.07.2017 das Traineramt.

    Personal: Auf dem Transfermarkt war Nantes bisher relativ zurückhaltend. Mit Amine Harit (OM/30/1/1) hat man ein super Talent (20 Jahre jung) verloren, das bereits mit 15 Jahren aus Paris in die Jugend des FC Nantes kam und sich dort sehr gut entwickelt hat. Mit Gillet (DM/38/3/0) verließ ein weiterer Stammspieler den FCN in Richtung Piräus. Desweiteren suchte TW Riou (22 Einsätze) nochmal ein neues Abenteuer und wechselte in die Türkei. Oswaldo Vizcarrondo (IV/20/0/0) wechselte ablösefrei zum Ligarivalen Troyes. Felipe Pardo (RA/13/1/0) war nur ausgeliehen und kehrt zu Piräus zurück. Leihe Oliveira, der als ZM keine große Rolle spielte (6 Einsätze) kehrt ebenfalls zu seinem Heimatverein zurück. Wenn man sich die Abgänge so anschaut, sind außer Harit und Gillet und Riou jetzt nicht so die qualitativen Verluste zu verzeichnen aber außer TW Tatarusanu, dessen Qualitäten unbestritten sind und der bei der Fiorentina Stamm war und IV Pallois (31/2/1) von Girondis Bordeaux hat man keine weiteren Neuzugänge getätigt.

    Prognose: Der FC Nantes wird ein gut funktionierendes Kollektiv sein müssen, um unter dem neuen Trainer Ranieri den Erfolg vom letzten Jahr wiederholen zu können (Rang 7). Das dürfte angesichts der großen Konkurrenz in der Ligue 1 allerdings schwierig werden und vielleicht sollte man auch nicht allzu große Ansprüche an Les Canaris haben, wenn man die letzten Jahre so anschaut. Mit einem in allen Mannschaftsteilen durchschnittlichen Personal wird man sich erst mal darauf konzentrieren die Newcomer und schwächer besetzten Teams zu schlagen, nach oben hin ist dann sicher Potential da aber gerade im Sturm wehte da letzte Saison schon oft ein laues Lüftchen. Obwohl man auswärts in den Top 6 vertreten war letzte Saison, verhieß das erste Spiel der neuen Runde nichts Gutes. Nachdem man die erste Hälfte bei LOSC gerade noch so schadlos überstand, knickte man am Ende mit 0:3 ein. Nantes hat sich gegenüber der letzten Saison nicht groß verändert. Der Vorteil ist, dass man eingespielt sein dürfte und keine große Anlaufzeit braucht. In der Vorbereitung und im ersten Saisonspiel sah es leider danach aber nicht aus. Vielleicht muss Ranieri erst selbst noch richtig ankommen und seine Philosophie vermitteln. Auch muss es ja nichts schlechtes heißen, wenn man nicht Unsummen für neue Spieler ausgibt, vielmehr scheint das Vertrauen in den aktuellen Kader sehr hoch zu sein und warum sollte es auch anders sein nach dieser tollen Saison. Man braucht sich normalerweise um Nantes keine Sorgen machen aber ich glaube auch nicht, dass sie den Erfolg vom letzten Jahr wiederholen können, weil andere Teams qualitativ aufgerüstet haben. Platz 9-12 is realistisch.
    Zuletzt geändert von Briskeby; 11.08.2017, 19:41.
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